"Grüne" Startups

Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit und geht es uns zu gut? 

Manche Autoren meinen das aufgrund der vielfältigen Definition der "Nachhaltigkeit" dieser Begriff ein Gummiwort sei. Viele betrachten die Nachhaltigkeit als ein Trend in der Moderne ohne sich jedoch mit dem Thema tatsächlich auseinander zu setzen. Unternehmen verwenden die Definition als Marketingstrategie, weil der moderne Verbraucher auf Nachhaltigkeit steht. 

Aber schauen wir uns doch mal den Alltag bei uns in den modernen Industrieländern an und stellen im Anschluss den Vergleich und vor allem den Zusammenhang mit den Entwicklungsländern, die im Übrigen ein elementarer Erfolgsfaktor für uns Wohlhabenden Industrieländern sind. Durch den Kapitalismus, den es natürlich auch in den sogenannten Entwicklungsländern gibt, gehen den Bevölkerungsgruppen lebenswichtige Ressourcen verloren.  

Sicherlich ist als großer Faktor der Wohlstand zu nennen. Uns geht es gut. Wir haben einen gewissen Standard, den wir genießen und ungerne wieder hergeben möchten. Und das streben nach mehr liegt nun mal leider in der Natur des Menschen. Und wenn sich Stagnation einschleicht, fangen wir an zu jammern. Wir jammern auf ganz hohen Niveau. Warum machen wir das? Weil wir andere Lebensweisen und Zustände leider nicht aus dem realen Leben kennen. Wir sehen es zwar tatsächlich jeden Tag auf irgendwelchen Kanälen, sprechen drüber, fangen an zu bemitleiden, um es dann doch wieder bis zum nächsten mal zu verdrängen. Weil es uns gut geht. 

Jeder sollte sich im Grunde regelmäßig reflektieren und fragen: Was kann ich eigentlich tun, um das Thema Nachhaltigkeit ein Stück weit zu leben? Durch welche kleinen Veränderungen im Alltag kann ich klare Statements in der Gesellschaft platzieren und dadurch evtl. noch andere Menschen erreichen und sogar zum Handeln bewegen?

Müssen wir denn jeden morgen unsere Kinder mit dem Auto zur Schule fahren oder ist es eventuell auch machbar das die kleinen Knirpse bei kürzeren Wegen auch zur Schule laufen können? 2-3 Km Laufstrecke sollte kein Problem sein wenn man die Kids vorher behutsam auf die ganzen Gefahrenquellen hingewiesen und auch regelmäßig durchgespielt hat. Dies bedeutet nun wieder Fleißarbeit also raus aus der Komfortzone. Im Übrigen spielt, diese durchaus schnell eingeschlichene Komfortzone, bei all den Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Lebensmittelwertschätzung eine riesen Rolle. Sind wir nicht bereit aus dieser Komfortzone auch nur ein Stück weit auszubrechen, macht es auch nicht ansatzweise Sinn die lebenswichtgen Themen anzugehen und in unseren Alltag mit einzubauen. 

Fördert doch einfach mal die lokalen oder regionalen Anbieter. Nehmen wir das Beispiel "Unverpacktläden". Hier haben wir die Möglichkeit Waren und Lebensmittel unverpackt einzukaufen. Selbst wenn man so etwas nur ab und zu in Betracht zieht, dann hat man hier doch schon etwas Gutes getan. Diese kleine Handlungen sind doch auch super Signale im Bekanntenkreis. Man muss nur drüber sprechen. 

Oder nehmen wir den Hofladen von neben an. Auch diesen kann man unterstützen. Es geht nicht darum nur noch diese Konzepte zu verfolgen. Dies ist auch nur den Wenigsten möglich, da die Preise durchaus in der Höhe gegenüber dem Discounter abweichen. Dennoch setzt ihr damit ein gewaltiges Statement in der Gesellschaft. Wertschätzt das Lebensmittel. Die Preise und die dahinter stehende Wertschöpfungsketten im konventionellen Einzelhandel sind nun mal Lichtjahre vom Thema Nachhaltigkeit und Fair Trade entfernt. Dafür ist es einfach zu viel Masse und Konsum. Aber es ist halt relativ einfach und günstig, Stichwort Komfortzone. Letztlich sind es die Entwicklungsländer, die so günstig für riesen Konzerne produzieren können, da es noch nicht einmal ein Lohnniveau gibt. Und am Ende stehen immer Menschen, die dafür sorgen dass es uns so gut geht. Warum machen diese Menschen dies für uns. Nein nicht weil Sie es gerne für uns machen, vielmehr weil diese Menschen um das Überleben kämpfen!


Eine ewige Debatte in Richtung Tierwohl ist der Massenkonsum an Fleisch sowie Fleischprodukte. Klar ist das wir nur im kollektiv etwas erreichen können. Dies setzt allerdings voraus, dass jeder Einzelne sein Fleisch und Wurstkonsum überdenkt und handelt. Nochmal hier geht es nicht darum vorzuschreiben wieviel Kg Fleisch in einer Woche verzehrt werden darf. Hier geht es lediglich um die Reduzierung.

Auch Thema Klimawandel wird in allen Branchen und Gesellschaftsschichten heiß diskutiert. Meist alles nur Floskeln bzw. Statements ohne Substanz. Dies fängt ganz oben in der Politik an, wenn diese sich mit tollen Projekten brüsten, ganz viel fordern und dennoch auf nichts persönliches verzichten wollen. Stichwort Komfortzone. Wenn man erstmal ein gewissen Wohlstand hat, macht man gerne und schnell bei moralischen Themen die Augen zu, um am Ende das Gewissen, wenn es denn überhaupt da ist, weich zu spülen 

Thema Müllentsorgung: 

Ja riesen Hype mittlerweile. Uns geht es gut weil eine gute und funktionierende Infrastruktur bei uns über Jahrzehnte gewachsen ist.  Das bedeutet für uns die Masse an Müll wird immer fein abgeholt und ist dann weg! Gut so. Wäre doch schrecklich sich nun auch Gedanken machen zu müssen wo der ganze Müll landet. Läuft schon irgendwie. Das der Müll teilweise auf Reise über den gesamten Erdball geht, ist immer noch nicht wirklich präsent in unser Gesellschaft. Oder vielleicht doch und wir verdrängen es nur? Nun ich glaube das riesen Thema Nachhaltigkeit sowie dessen Auswirkungen aber auch Chancen, ist so Facettenreich, dass man Seiten darüber schreiben könnte.

Unser gesellschaftlicher Auftrag ist das Thema zu platzieren, Menschen zu erreichen, zum Handeln zu überzeugen. Auch die nächsten wichtigen Generationen muss man diese Grundwerte mit auf den Weg geben. Und da sind als erstes wir Eltern gefragt. Es gibt bereits viele tolle Ansätze in der Gesellschaft, in Kindergärten oder auch Schulen. Ganz viel Projekte im In- und Ausland, die sich die Themen auf die Fahne geschrieben haben. Lasst uns diese Ansätze im Bekanntenkreis diskutieren, publizieren. Wir müssen unserer Vorbildfunktion nachkommen. Wir sollten sicherlich mal drüber nachdenken unser Wohlstand nicht auf den Rücken anderer zu genießen. Einmal weniger nur das neueste haben wollen und dafür das Geld in andere gemeinnützige Projekte oder das tägliche Handeln stecken. Vielleicht eine Reise weniger im Jahr, dafür mehr Geld und Wertschätzung dem Lebensmittel gegenüber. Denkt dran: Wo Gewinner da auch Verlierer. Am Ende steht immer ein Mensch. Also Augen auf. (Sven Vollmeier)